Vier Mächte, eine Stadt
Nach 1945 teilten sich die USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion Berlin. Innerhalb weniger Jahre wurde die Stadt zum wichtigsten Beobachtungsposten des Kalten Krieges: CIA, KGB, MI6, BND, MfS – jeder wichtige Dienst unterhielt hier Residenturen, Führungsstellen, Wohnungen für Agenten und tote Briefkästen.
1961 – 1989
Mit dem Mauerbau am 13. August 1961 verschärfte sich der Wettlauf. Der Westen investierte in technische Aufklärung (SIGINT), der Osten setzte auf ein dichtes Netz menschlicher Quellen (HUMINT). Auf der Glienicker Brücke fanden die spektakulärsten Agentenaustausche der Epoche statt.
1990 bis heute
Mit dem Fall der Mauer öffnete sich der Blick auf jahrzehntelang verschlossene Akten. Doch das Spiel ging weiter – heute mit anderen Werkzeugen, digitaler, hybrider. Die Bundesregierung, die Botschaften und die Konzernzentralen machen Berlin bis heute zu einem Zielraum internationaler Aufklärung.
Häufige Fragen
Warum wurde Berlin die Hauptstadt der Spione?
Weil vier Besatzungsmächte auf engem Raum operierten und die geteilte Stadt die einzige leicht durchlässige Grenze zwischen Ost und West bildete.
Was war die Glienicker Brücke?
Die Glienicker Brücke im Südwesten Berlins war der berühmteste Schauplatz von Agentenaustauschen im Kalten Krieg – zuletzt 1986 mit dem sowjetischen Dissidenten Anatoli Schtscharanski.
Ist Berlin heute noch Hauptstadt der Spione?
In gewisser Weise ja. Botschaften, EU-Institutionen und internationale Konzerne machen die Hauptstadt weiterhin zu einem der wichtigsten europäischen Standorte für Nachrichtendienste.

